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LESEPROBEN 03.1 | Autobiografisches 1

   „Ich entsinne mich gut, dass an dem Tage, wo die Revolution 1889 ausbrach und während noch aus dem Inneren der Stadt Buenos Aires verirrte Kugeln in meine Wohnung einschlugen, mein Nachbar ein gegenüberliegendes Grundstück abschritt und mit dem Maurermeister den Bau eines neuen Hauses verabredete.“

Aktive Währungspolitik (2. Aufl. 1921), in: Band 12, S. 347.


   „Ja, und das Ganze, der ganze große Zusammenhang und die weltweite Bedeutung, alles was dazu gehört in Geschichte, Politik und Wirtschaft, alles was ich in den Jahren danach niedergelegt habe, wurde mir mit dem Freigeldgedanken in einer halben Stunde klar. Es ergriff mich so, dass ich drei Tage im Sprungschritt durch mein Zimmer gelaufen bin. Meine eigene Frau hat mich für verrückt gehalten. Mir war, als ob mein Kopf plötzlich ein ganz Teil schwerer geworden wäre. Und ich hatte jahrelang nur die eine Sorge, dass mir etwas zustoßen könnte, bevor ich alle diese Gedanken weiter gegeben hätte.“

Mündliche Überlieferung, zitiert nach Hans Timm, Geburt einer Idee und Bewegung,
in: Informationen für Kultur, Wirtschaft und Politik Nr. 3/1960, S. 3.


   „Der Zweck dieses Büchleins ist nun der, die Aufmerksamkeit der Sozialisten auf das Geldwesen zu lenken. Und es würde mich freuen, wenn sich jemand fände, der das, was ich hier in einfachem kaufmännischem Stile geschrieben, mit wissenschaftlichen Schnörkeln versehen wollte, die doch nur allein auf die Menschen dieses Jahrhunderts einen Eindruck machen.“

Nervus rerum (1892), in: Band 1, S. 152.


   „Es gibt in der Volkswirtschaft keine kleinen Fehler. Der geringste Missgriff zieht unberechenbare Folgen nach sich. Wer von einer irrigen Theorie geleitet seinen Weg fortsetzt, gelangt unfehlbar auch zu irrigen Resultaten. …
   Wehe dem Manne, der sich gegen Theorien erhebt, welche in der Welt allgemeine Geltung haben, und ist nicht in der Lage, durch handgreifliche Beweise seine Behauptungen zu bekräftigen, denn er wird für wahnsinnig erklärt. Alles, was ich bisher gesagt habe, steht mit allen Theorien, welche über das Geldwesen seit Aristoteles bis auf den heutigen Tag Geltung gefunden haben, in direktestem Widerspruch. Und es würde mir demnach schlecht ergehen, wenn nicht glücklicherweise die Beweise zu meinen Behauptungen zu Tausenden auf der Straße lägen, wenn nicht jeder Kaufmann sie haufenweise in der täglichen Praxis fände. …
   Es gibt in Geldsachen keine kleinen Fehler. Wie ein Tannenzapfen, am Baumesgipfel von einem Eichhörnchen gelöst, im Fallen den Schnee von den Ästen abstreift und den Schnee dann, von Ast zu Ast fallend und sich zu einem Ballen vergrößernd, die Ursache einer mächtigen Lawine bilden kann, so können die Folgen unscheinbarer Wirtschaftsfehler im Verlaufe der Jahrtausende die ganze Welt überwuchern und ersticken.“

Die Verstaatlichung des Geldes (1892), in: Band 1, S. 167, 214 und 222 – 223..


   „Ob es nun angeborener Mangel an Autoritätsglauben oder die Furcht vor den Vorurteilen, die dieser erzeugt, war, die mich veranlassten, für meine Untersuchungen auf die Anleitung anerkannter Autoritäten zu verzichten, vermag ich nicht zusagen. Tatsache ist nur, dass ich nach dem System verfuhr, zunächst selbst mir die Theorie zu den mir bekannten Tatsachen zu suchen, die so gewonnene Anschauung in allen Teilen gründlich zu prüfen und dann schließlich die erzielten Resultate mit denen zu vergleichen, welche in der Welt anerkannt und diskutiert werden. … Der Mangel an Vorurteilen resp. die völlige Unbefangenheit, mit welcher ich an die Arbeit ging, führte mich auf geradem Weg meinem Ziele zu, ohne überhaupt auf irgendeine der zahllosen Schwierigkeiten zu stoßen, in welchen die Nationalökonomen verwickelt sind und welche sie veranlassen, die Währungsfrage als das verwickeltste Thema der ganzen politischen Ökonomie zu erklären. Von diesen Schwierigkeiten erhielt ich überhaupt erst dann Kenntnis, als ich das Ziel bereits erreicht hatte, d.h. als ich den Schlüssel zur Lösung dieser komplizierten Rätsel bereits in der Hand hatte. Man sagt ja, dass die Arbeit der Menschen in der Hauptsache im Niederreißen von Vorurteilen besteht, und es ist daher verständlich, dass jeder, der ohne Vorkenntnisse, ohne Schule und daher auch ohne Vorurteile an die Arbeit geht, einen gewaltigen Vorsprung hat.
   Als einziges Material für meine Untersuchungen besaß ich die Inschrift der Münzen und einen Schatz persönlicher Beobachtungen, die ich in der Praxis als Kaufmann gemacht hatte. …
   Mit der Disparität zwischen Angebot und Nachfrage öffnen wir der Spekulation, dem Schwindel und dem Wucher Tür und Tor. … Heureka! rief ich aus, dies ist ja gerade, was ich schon lange suchte: die Herstellung völliger Parität zwischen Ware und Geld. …
   Ich verfolgte mit meinen Untersuchungen den Zweck, meine Interessen vor Gefahren zu schützen, die ihnen aus den Währungswirren erwachsen konnten, und machte dabei eine der sonderbarsten und weittragendsten Entdeckungen. Ich suchte Licht für meine kaufmännischen Handlungen und fand dabei gänzlich unbeabsichtigt die Wurzel eines tausendarmigen Schlinggewächses, des gefräßigsten Parasiten unserer Gesellschaft.
   Ich fand nämlich, dass mit der Einführung der Zwangszirkulation des Geldes resp. eines der Ware paritätischen Geldes eine ganze Reihe sozialer Missstände, die man heute einzeln vergeblich zu bekämpfen sucht, mit der Wurzel ausgerottet würden, und konnte den direkten Nachweis liefern, dass der uralte Glaube, dass etwas faul am Gelde ist, nicht auf Täuschung beruht. Ich vermochte den direkten und indirekten Nachweis zu liefern, dass unser jetziges aus Edelmetallen resp. Fremdkörpern dieser Erde hergestelltes Geld die materielle Basis liefert für den Schwindel, die Spekulation und den Wucher, mit allem was drum und dran hängt, dass die Wurzel wenn nicht ‚der’ so doch vieler sozialer Fragen in organischen Fehlern des Metallgeldes steckt. Und da nun einmal die Lösung der sozialen Frage das Endziel aller modernen Untersuchungen zu sein scheint, so fanden auch die meinigen hier ihren natürlichen Abschluss.
   Nun wollte ich wissen, warum mich der von mir eingeschlagene Weg so weit abgeführt hatte von dem jetzigen Gelde und seiner Verwaltung, welche ich für die Quintessenz der Wirtschaftslehre hielt. Ich wollte den Kreuzweg suchen, der mich von der Heerstraße der politischen Ökonomie abseits geführt hatte. Ich verschaffte mir deshalb die Werke der bekanntesten Autoren (Adam Smith, Maurice Chevalier, Leroy Beaulieu, Emile de Laveleye, Karl Marx, Ludwig Bamberger, Achille Loria). …
   Bis heute ist man noch nicht zu der Erkenntnis gelangt, dass wir in den chronischen und akuten Wirtschaftskrisen, in dem Arbeitsmangel, in der Existenz der großen Arbeiterreserve, in der chronischen Überproduktion an Waren und der ebenso chronischen Unterproduktion an Kapital, in der Trägheit, Unsicherheit und Kostspieligkeit des Warenaustausches etc. weiter nichts als Währungsfragen vor uns haben, dass ein großer Teil der in dem bequemen Begriff ‚soziale Frage’ zusammengefassten wirtschaftlichen Anomalien in der Lösung der Währungsfragen ihre Beseitigung findet. …
   Traurig ist es, aber wahr, dass die Forderung nach der Herstellung einer Zwangsnachfrage als Kompensation für das natürliche materielle Zwangsangebot heute, Ende des 19. Jahrhunderts, noch vollständig neu und zwar so neu ist, dass ich befürchten muss, dass die Forderung für die Menge noch zu neu sein wird.“   

Die Anpassung des Geldes und seiner Verwaltung an die Bedürfnisse des
modernen Verkehrs (1897), in: Band 2, S. 15 – 29.


   „Die einzige Schrift, die den Widersinn solcher Währungspolitik dem Volke klar zu machen suchte, war und blieb meine Schrift ‚La question monetaria argentina’. Den unmittelbaren Anstoß zu der Schrift gab die Sorge um meine eigenen Unternehmungen. Ich betrieb neben einem Einfuhrgeschäft noch eine Fabrik für Pappschachteln, mit denen ich die argentinischen Fabriken versorgte. Ich wusste, dass, wenn die eingeschlagene Währungspolitik längere Zeit andauerte, die argentinische Industrie und damit auch meine Schachtelfabrik zur Untätigkeit verurteilt sein würde. Ich wollte wissen, wie tief der Goldwahn in den Köpfen der argentinischen Parlamentarier und Kaufleute sitze; ob die Hoffnung begründet sei, dass man bald, durch Schaden klug gemacht, die Währungsgesetze widerrufen würde. Das war 1898.
   Ich schickte meine Schrift an alle Senatoren und Abgeordneten, an die Presse, an alle, die sich zur Währungsfrage öffentlich geäußert hatten, an alle Banken, an viele Kaufleute und Unternehmer. Der Erfolg war kläglich. So wartete ich nicht lange, sondern veräußerte die Fabrik mit erträglichem Schaden. Später erfuhr ich, dass meine Maschinen wegen der nun ausbrechenden Krise niemals von den Erwerbern aufgestellt worden sind. Ein Jahr später stand die gesamte Industrie einfach still. 40.000 Arbeitslose machten eine Kundgebung vor dem Regierungsgebäude, verlangten eine geordnete Verwaltung und eine schärfere Anwendung der auf Preisabbau gerichteten Gesetze!!!
   Nun kehrte ich (1900) nach Deutschland zurück. Mittlerweile waren doch viele durch die Tatsachen darüber belehrt worden, dass die auf Preisabbau gerichteten Währungsgesetze wohl die wahre Ursache der Krise seien und nicht die gespannten Beziehungen zu Chile, die man bis dahin als Grund der Erscheinung ansah. Die auf den Preisabbau gerichteten Währungsgesetze wurden also widerrufen und neue Gesetze erlassen, die sich mit den Vorschlägen deckten, die ich in der Schrift ‚La cuestion monetaria argentina’ gemacht hatte. … Als die Abbaupolitik preisgegeben wurde, kehrten die Gelder schnell in den Verkehr zurück. Der große Aufschwung Argentiniens setzte mit der Währungsreform ein und ich hatte die Genugtuung, dass die Dinge so verliefen, wie ich sie in meiner Schrift voraussagte, dass sogar meine Berechnungen der Einkünfte, die die Konversionskasse von diesem Aufschwung erwarten durfte, fast aufs Haar in Zeit und Höhe mit der Wirklichkeit übereinstimmten. … Wenn ich in der ‚Cuestion monetaria’ keine weitergehenden Forderungen an die öffentliche Geldverwaltung stellte als die Festigung der Landeswährung in ihrem Verhältnis zur Goldwährung, so lag das daran, dass solche Forderungen wie ‚Freigeld’ und ‚absolute Währung’ ganz und gar nicht verstanden worden wären, wie ja auch vor dem Kriege in Deutschland nur kleine, meist sozialistische Kreise Verständnis für meine Forderungen zeigten. …
   Zur Kennzeichnung der Unwissenheit, in der das Volk in Währungsfragen lebt, sei bemerkt, dass von den hier erwähnten Postkarten nur ganz wenige mit zustimmenden Worten, eine ganz Anzahl aber mit unflätigen Verwünschungen mit zugestellt wurde.“

Das Reichswährungsamt (1920), in: Band 12, S. 105 – 106 und 147, und
Denkschrift an die deutschen Gewerkschaften zum Gebrauch bei ihren Aktionen in der Frage der Währung, der Valuta und der Reparationen (1922), in: Band 13, S. 235 - 236.


   „Die beiliegende Schrift ‚La Cuestion monetaria argentina’ erschien im Mai 1898. Tornquist trat im September/Oktober desselben Jahres hervor. Ich hatte damals meine Broschüre sofort an alle in der Öffentlichkeit stehenden Männer verschickt, so weit die Auflage reichte. Auch an die Banken, also wohl auch an Tornquist. Mir liegt es fern, das Verdienst Tornquists an der Sache in irgendeiner Weise zu meinen Gunsten zu schmälern. Ich schrieb eine Broschüre, Tornquist handelte. Gewöhnlich gehört beides zusammen. … Für die damaligen Zustände in Argentinien reichte das Konversionsgesetz aus. Mehr hätte man damals auch nicht politisch durchsetzen können.“

Brief an Prof. Beckmann vom 21.9.1922 aus Rehbrücke, in: Band 18, S. 258.


   „Auf diesen Brief (1899 an die Reichsbank, d. Hg.) erhielt ich keine Antwort. Die Bürokratie hatte nicht einmal die Zeit, eine Höflichkeitsantwort abzuschicken. Um den Beweggrund dieses Schweigens zu ermitteln, ließ ich der Reichsbank durch einen Freund einen Brief über irgendeine Nichtigkeit (Sicherung gegen falsche Banknoten) zugehen. Er erhielt sofort Antwort. Also nur für grundsätzliche Fragen hatte die Reichsbankdirektion keine Zeit. Die Krokodile sonnten sich an den Staatsprivilegien und hatten zu theoretischen Betrachtungen keine Lust. Warum auch? Das Volk war ja mit den Pfuschereien der Reichsbank zufrieden.“

Der Ursprung des Übels (1923), in: Band 14, S. 289.


   „Ich habe den klingenden Beweis in der Tasche, dass ich ein befähigter Kaufmann bin resp. war. Mit 100 Frs Schulden und etwas Kredit etablierte ich mich vor 10 Jahren und mit 100.000 Frs in der Tasche zog ich mich zurück. Jetzt bin ich Grundbesitzer, lebe von Zins und Rente und beschäftige mich in meinen Mußestunden damit, den Ast abzusägen, auf dem ich jetzt mit ungewohnter Behaglichkeit sitze, indem ich auf Abschaffung von Zins und Rente arbeite.“

Brief an Michael Flürscheim vom 15.2.1900 aus Les Hauts Geneveys, in: Band 18, S. 31.


   „Bei dem Hoch auf den Kaiser, womit Sie die letzte Bundesversammlung eröffneten, hätte ich, falls ich zugegen gewesen wäre, meiner politischen Gesinnung getreu sitzen bleiben müssen. Und da ein solches Gebaren in Deutschland mit Freiheitsstrafen bedacht ist, so müsste ich die schönen Festtage hinter Schloss und Riegel zubringen. Um solchen gefährlichen Situationen aus dem Wege zu gehen, erkläre ich hiermit meinen Austritt aus dem Bunde.“

Brief an Adolf Damaschke, Vorsitzender des Bundes Deutscher Bodenreformer,
vom 22.12.1900 aus Les Hauts Geneveys, in: Band 18, S. 32.


   „Das Geld soll der Ware dienen und nur ein Mann, der mit dem Charakter der Ware durch langjährige Praxis vertraut geworden ist, kann einen vollen Überblick über alle bei der Währungsfrage in Betracht kommenden Verhältnisse gewinnen. Vielleicht, um einzelne Teile auf dem weiten Gebiet der Währungsfrage tief in das innerste Wesen eindringend zu behandeln, kann die in der Schule und aus Büchern geschöpfte Weisheit wichtige Dienste leisten – aber wer nur Schulen besucht und Bücher gelesen, bleibt notwendigerweise ein Dilettant in diesen Sachen. Und diesen Vorwurf wird sich schließlich auch der Kaufmann gefallen lassen müssen, der lediglich aufgrund der Praxis, ohne theoretische Erkenntnis, die Währungsfrage zu behandeln unternimmt. Theorie und Praxis vereint können allein das Ziel erreichen. … Also die Praxis, die in die Theorie eindringt, oder die Theorie, die sich in der Praxis ausbreitet. Theorie und Praxis bedürfen der gegenseitigen Anregung. … Wie öde und unfruchtbar bleibt eine Wissenschaft, die ausschließlich über Büchern grübelt. Es fehlt hier der Gedankensprudel der Praxis, der Beobachtung, des Experiments, der allein der grauen Theorie Leben einzuhauchen vermag. Es fehlt die kaufmännische Tätigkeit.“

Goldtrust! (1902), in: Band 3, S. 70 und 114.


   „Es scheint, als habe ich völlig in den Wind gesprochen, als habe mich niemand verstanden. Wenigstens kann ich hier behaupten oder gestehen, dass wenn ich mich statt an die Deutschen an die Hottentotten gewendet hätte, der Erfolg der gleiche geblieben wäre -  nämlich Null. Man könnte vielleicht annehmen, dass ich meine Zeitschrift auf Maskenbällen, in Narren-, Toll- und Bierhäusern verbreitet habe. Aber das ist durchaus nicht der Fall. Ich habe mich an alle Kreise der Bevölkerung gewandt, dabei 597 Franken und 50 Rappen für Druck und Porto ausgegeben. Ach, hätte ich doch für das Geld Kartoffeln gepflanzt und Säue gemästet!“

Der Maßstab für die Qualität des Geldes (1903), in: Band 3, S. 152.


   „Die ökonomischen Fragen sind keine Fragen des Wissens, sondern des Gewissens. Wir brauchen zur Erschöpfung und Erledigung der ökonomischen Fragen keine neuen Methoden, sondern einfach den Mut und den Willen, es frei auszusprechen, dass der Privatgrundbesitz auf Raub und unser Geldwesen auf Schwindel beruht.“

La méthode mathematique en économie politique par Emile Bouvier (1903),
in: Band 3, S. 162.


   „Der ganze lange Weg von Turgot, Smith bis zu Bawerk, Wicksell, der ähnlich den Wüstenstraßen durch Gerippe bankrotter Theorien markiert ist, muss der Forscher zurücklegen, um erschöpft und mutlos an dem Punkte anzulangen, auf den man ihn durch eine andere Fassung der Frage in den meisten Fällen von vornherein hätte stellen können.“

Die Unentgeltlichkeit des Kredits in ihrem Verhältnis zum Real- und Geldkapital (1904),
in: Band 3, S. 259.


   „Mit der Nr. 24 der Zeitschrift ‚Die Geldreform’ beschloss ich, die Netze auf den Strand zu ziehen. Weder vielerlei noch viele Abonnenten hatte der Fischzug gebracht, dafür umso schwerere. Nur drei Mann. Ich hatte allen Grund, mit dem Erfolg zufrieden zu sein. Man bedenke, was es damals  - 1902/03  - bedeutete, mit nur zwei Jahrgängen einer Monatsschrift, die in 500 Exemplaren an die Bankiers, an Kaufleute, an die Presse, an Hochschullehrer usw. versandt wurde, drei Mann für den Kampf um die Herabsetzung des Geldes auf die Rangstufe der Waren und der Arbeit zu gewinnen! Wenn ich damals geschrieben hätte: ‚Zeitschrift für die Anbetung der Goldwährung und für die Vergötterung der Reichsbank’, wären meine Netze zum Bersten voll, aber meine drei Abonnenten wären nicht dabei gewesen.
   Die Zeitschrift für die Herabsetzung des Geldes hatte aber noch eine andere Wirkung gehabt. Ich musste darauf bedacht sein, mich selbst wieder auf die Rangstufe des baren Geldes heraufzusetzen. So reiste ich 1906 nach Argentinien zurück und Ernst Frankfurth folgte mir 1907 auf meine Einladung dahin nach. Wir arbeiteten zusammen in meinem Geschäft.“

Vorwort zur 2. Auflage der Aktiven Währungspolitik (1921, Erstauflage 1909)
in: Band 12, S. 318.


   „Ich möchte ein öffentliches und reumütiges Bekenntnis abliefern, auf welchen verbotenen und heterodoxen Wegen ich eigentlich hinter die Lösung all dieser Probleme gelangt bin. Denn ist es einmal bekannt, dass es sich hier um einen gewöhnlichen Glückszufall (etwa wie die Entdeckung der X-Strahlen) handelt, so wird sich das Prahlerische des Titels verwandeln in das, was dieser eigentlich verkünden soll: in eine frohe Botschaft für das arbeitende Volk. Zugleich hoffe ich, dadurch die Verzeihung für meine impertinente Einmischung in rein wissenschaftliche Angelegenheiten zu erwirken und die Skepsis der Fachleute von vornherein etwas zugunsten dieser Schrift zu beeinflussen, denn die Erfahrung gibt dem pessimistischen Erfahrungssatz nur zu viel Nahrung, dass wir für den wissenschaftlichen Fortschritt nur wenig von der menschlichen Erkenntniskraft, sondern fast alles von dem tollen blinden Zufall erwarten müssen.
   Ich schüttele also das Verdienst an den Lösungen, die der Titel verspricht, ausdrücklich von mir ab und erkläre die Sache für einen glücklichen Fund, mich selbst für einen ehrlichen Finder. So darf ich auch erwarten, dass man mir die Mängel in der Darstellung oder Beschreibung meines Fundes verzeihen wird, denn ich bin kein Schriftsteller von Beruf, sondern nur ein glücklicher Finder, den nur die Gewissenhaftigkeit veranlasst, seinen Fund dem rechtmäßigen Eigentümer, d.h. dem arbeitenden Volke, abzuliefern.“
  
Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag durch die
Geld- und Bodenreform (1906), in: Band 4, S. 14.


   „Die Wahrheit ist immer die beste Waffe. … Ich kämpfe mit offenem Visier. Ich will niemanden im Zweifel lassen über das, was ihn persönlich mit der Geld- und Bodenreform erwartet. Ich will niemanden hinterrücks angreifen. Ich heuchle nicht und rechne jedem Vor- und Nachteil vor.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 33 und 39.


   „Einfach muss eine Theorie sein. Das ganze Licht unserer Wissenschaft müssen wir in einem Brennpunkt vereinigen, damit es sich Bahn brechen kann durch den Tabaksqualm und den Bierdunst. Wiegenlieder, keine Theorien braucht man für kleine Kinder.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 161.


   „Der Aufruf an die Arbeiter ist gut. Nur möchte ich für etwaige Wiederholungen bemerken, dass es im Interesse der Sache von jetzt an besser wäre, mich überhaupt nicht mehr zu nennen, sondern von der ‚Geld- und Bodenreform’ als von etwas bereits Bekanntem zu sprechen. Die Menschen schließen sich lieber unter einem Gedanken als unter einem Namen zusammen, denn der Gedanke ist rein, während der Name viele Überraschungen in sich trägt (Damaschke). Mir kommt es aber ganz auf die Sache an, meine Person ist mir in dieser Sache ganz gleichgültig, denn ich bin frei vom Laster des Ehrgeizes bzw. der Eitelkeit. Ich habe überhaupt in dieser Sache nur mehr den Wunsch, dass meine Arbeit nicht verloren geht und dass jetzt andere junge und hungrige Männer sich der Sache annehmen. Ich habe 15 Jahre, meine besten Jahre, der Angelegenheit gewidmet und möchte nun mich mit philosophischen Fragen und Naturstudien beschäftigen, für die ich von Jugend an ein besonderes Interesse hatte. Freilich werde ich wohl dabei die Erfahrung machen, dass man den höchsten Problemen der Menschheit, dass man Gott sein ganzes Leben, nicht den schäbigen Rest schuldig ist. Aber einen Blick in die Tiefen möchte ich doch noch wagen und habe so eine kleine Hoffnung, dass es mir gelingen wird.“

Brief an Georg Blumenthal vom 22.4.1907 aus Buenos Aires, in: Band 18, S. 58.


   „Wer sein Reichstagsmandat, seinen Lehrstuhl, seine Redaktionsfeder liebt, darf der Währungsfrage nicht auf den Grund gehen.“

Die Geldnot in Deutschland (1907), in: Band 5, S. 38.


   „Fürs erste braucht die Geldreform eher ruhige und stille, fleißige Arbeit als Agitation. Eine tief fassende und weit ausgreifende Arbeit, wissenschaftliche Arbeit, die ihren Lohn in sich selbst und nicht in kleinen praktischen Erfolgen sucht.“

Brief an Ernst Frankfurth vom 5.5.1907 aus Buenos Aires, in: Band 18, S. 59.


   „Wie klein und schäbig erscheint das Geld, wenn man bedenkt, dass wir auf dieser runden Kugel mit ungeheurer Schnelligkeit durch den dunklen Weltraum dahinjagen und dass unsere Großeltern vor Millionen Jahren aus dem Meere hervor krochen und auf dem sonnigen Strande Purzelbäume schlugen.
   Es wundert mich nicht, dass es mit der Geld- und Bodenreform nicht voran gehen will. Was gilt innerhalb der Ewigkeit des Lebens die kurze Spanne eines Menschenlebens? Zeit, viel Zeit gehört zur Entwicklung. Und wo man gegen alte, organisch verwachsene Vorurteile zu kämpfen hat, da darf man die Jahre nicht zählen.“

Brief an Georg Blumenthal vom 27.9.1907 aus Buenos Aires, in: Band 18, S. 63.


   „Nachfrage und Angebot bestimmen das Verhältnis, in dem beiden Dinge ausgetauscht werden. Dies ist das Hauptgesetz des Tausches. Was das Newtonsche Gravitationsgesetz für die Astronomie, das bedeutet dieser Satz für die Volkswirtschaftslehre.“

Aktive Währungspolitik (1909), in: Band 5, S. 173.


   „Das erste Manuskript zur ‚Aktiven Währungspolitik’ hatte ich in demselben Ton verfasst, in dem auch mein Werk ‚Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag’ gehalten war. Ernst Frankfurth, der mich regelmäßig von Montevideo aus besuchte, war mit diesem Ton gar nicht zufrieden. Wir hatten darüber lange Debatten. Ich hatte Erfahrungen auf diesem Gebiet. Wer die Wahrheit sucht, lässt sich durch Töne nicht schrecken. Und die 6000 Jahre alte Festung Mammons lässt sich nicht wie das Gemäuer Jerichos durch Töne aus dem Gleichgewicht bringen. Immerhin, es lag auch kein Grund vor, die Schwierigkeiten, die in der Sache lagen, unnötigerweise zu mehren. So schrieb ich das Buch um, auf Massenerfolg abgetönt. Frankfurth nahm 1908 das Manuskript hoffnungsfreudig auf einer Geschäftsreise mit nach Deutschland und überwachte den Druck, in dessen Kosten wir beide uns teilten. Frankfurth schickte die Schrift an alle Parlamentarier und an die Presse in mehreren tausend Exemplaren. Bei seiner Rückkehr nach Südamerika feierten wir den ‚Massenerfolg’. Nie haben zwei Menschen fröhlicher über einen vollkommenen Misserfolg gelacht. Keine Zuschrift, keine Bestellung, keine Kritik. Nichts, absolut nichts!“

Vorwort zur 2. Auflage der Aktiven Währungspolitik (1921, Erstauflage 1909), in: Band 12, S. 319.


   „Mit der ‚Aktiven Währungspolitik’ ist es also auch wieder nichts. Solche unbequemen Publikationen werden immer totgeschwiegen und in acht Tagen ist alles vergessen. Der Rest ist immer eine Enttäuschung und eine Druckerrechnung. Die Stunde hat für Mammon in Deutschland noch nicht geschlagen.“

Brief an Ernst Frankfurth vom 19.5.1909 aus Buenos Aires, in: Band 18, S. 68.


   „Es gibt interessantere Studienobjekte als das Geld, besonders für hochfliegende Geister und vornehme Naturen. Religion, Biologie, Astronomie usw., alles das ist unendlich an- und emporziehender als das Studium des Geldes. … So ist es verständlich und es gereicht der Menschennatur eigentlich zur Ehre, dass man die Forscher immer noch an den Fingern zählen kann, die tiefer in diesen schwarzen Kontinent gedrungen sind.
   Hinzu kommt, dass die unglückliche Art der bisherigen wissenschaftlichen Behandlung des Geldwesens die natürliche Abneigung gegen diesen Zweig der Wissenschaft nur noch verstärkt hat. Die Währungsfrage ist geradezu verrufen als Typus abstruser Gelehrsamkeit. … Die Herabsetzung, die der Gegenstand der Währungsliteratur in der öffentlichen Meinung erfahren hat, hat aber wieder zur Folge, dass niemand die betreffenden Bücher kauft und dass kein Verleger die Druckkosten dafür wagen will. So mag es sein, dass Vieles und Gutes über das Geldwesen geschrieben, aber nicht veröffentlicht wurde -  weil sich kein Verleger dafür fand. Wieder ein Umstand, der die Forscher vom Geldwesen fernhält. Wer die Mittel nicht besitzt, um das Geschriebene auf eigene Kosten drucken zu lassen, der darf sich nicht mit dem Geldwesen befassen.
   Freilich gibt es in letzterer Beziehung Ausnahmen. Unsere Hochschullehrer, deren Veröffentlichungen immer wenigstens von Studenten und staatlichen Bibliotheken gekauft werden, mögen für ihre Literatur auch willige Verleger finden; aber diesen für die Schule bestimmten Schriften steht der Satz im Wege, dass Hadersachen von der Schule ferngehalten werden müssen. So dürfen diese Schriften aus Rücksicht auf ihre Bestimmung niemals tiefer in das Wesen des Geldes eindringen. Vom hadrigen Kern der Frage prallt die Sonde der Schulwissenschaft immer zur Oberfläche zurück.
   Zu diesen äußeren Schwierigkeiten tritt noch der Umstand, dass die Theorie dieses heiklen Stoffes Kenntnisse voraussetzt, die man eigentlich nur im praktischen Handel erwerben kann und dass der Handel zumeist solche Naturen anzieht und fesselt, die theoretischen Untersuchungen abhold sind. Männer der Tat fordert der Handel, keine Theoretiker und Ideologen. Wie lange ist es übrigens her, dass der Handel zudem als anrüchig angesehen wurde (Merkur, Gott der Kaufleute und Diebe) und sich ihm vorzugsweise solche Elemente zuwandten, die auf den Schulen nicht mitkamen. Die intelligenten Söhne mussten ‚studieren’, der Rest war für den Handel bestimmt.
   So ist also die Tatsache nicht so befremdlich, dass wir zu unserem 4000 Jahre alten Metallgeld, das sich durch 100 Generationen und durch die Hände von Milliarden und Abermilliarden Menschen gewälzt hat, heute in der Zeit des wissenschaftlichen Vorgehens auf allen Gebieten noch keine stichhaltige Theorie haben und dass noch überall in der Welt die Routine die Richtlinien für die öffentliche Behandlung des Geldes ziehen muss. Dieser Mangel an einer stichhaltigen Geldtheorie ist aber der Grund, warum wir bis heute auch für die Zinserscheinung keine genügende Erklärung zu geben vermochten. Sonderbar, wir bezahlen und erheben seit 4000 Jahren Kapitalzins in ungezählten Milliarden, ohne dass die Wissenschaft die Frage zu beantworten vermöchte, ‚woher und warum der Kapitalist den Zins erhält’ (Böhm-Bawerk). …
   In nachfolgender Untersuchung, die durch Zufall angeregt und durch glückliche äußere Verhältnisse geleitet und gefördert wurde, biete ich nun der Wissenschaft, dem Handel und der Politik die so lange gesuchte Theorie des Geldes und des Zinses. Es war Haderstoff, was ich untersuchte. Konnte ich wissen und vermeiden, dass das, was ich finden sollte, ein revolutionärer Brander sein sollte?“
  
Die neue Lehre vom Geld und Zins (1911), in: Band 6, S. 15 – 18.


   „Hirngespinste sind billig. Auf sich selbst gestellt, können sie ein geschlossenes, widerspruchsloses Ganzes bilden und sich uns so als etwas durchaus mit unserer Vernunft Verträgliches vorstellen. Sie stehen wie das Wunder über der Natur. Sie leben, wachsen und gedeihen fröhlich im Hirn des Menschen. Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. In der realen Welt haben Hirngespinste keinen Raum; sie müssen sich in nichts wieder auflösen. …
Ist der Zweifel, den die Wissenschaft schürt, nicht dem blinden Glauben vorzuziehen?“

Die neue Lehre vom Geld und Zins (1911), in: Band 6, S. 32 und 79.


   „In Friedenszeiten sollen die Gesetze ausgearbeitet werden. Wirtschaftskrisen sind Revolution, Anarchie und Despotismus. Bei Währungsfragen kann nur der kühle Verstand eine bedächtige Antwort geben. … Wenn die Krise einmal ausgebrochen ist, dann ist es zu spät, um dem Volke die Währungsfragen zur Beantwortung vorzulegen. … Dann gibt der Krieg Erklärungen genug für die Barbarei, in die das Volk verfällt, und die Währung ist vergessen. … Warten wir nicht die Wirtschaftskrise, den Bruder- und Völkerkrieg ab, um eine geistige Arbeit zu verrichten, wozu Ruhe und Frieden unentratbare Voraussetzungen sind. Jetzt ist die Zeit, die Währungsfragen zu erörtern.“

Die Metallwährung in der Geschichte (1912), in: Band 6, S. 279 - 281.


   „Wer die Wahrheit auf seiner Seite hat, braucht nicht unehrlich zu sein. … Das Wahre ist immer auch das Einfache.“

Was trennt uns von den heutigen „Bodenreformern“? (1912), in: Band 7, S. 52 – 53.


   „Der Kampf ums Dasein geht nirgendwo rücksichtsloser vor als im Streite der Theorien. Da gibt es kein Pardon. Hier wird ausnahmslos bis zur Abfuhr gestritten.“

Prof. Dr. Böhm-Bawerks „Positive Theorie des Kapitals“ (1913), in: Band 7, S. 279.


   „Zur Aufnahme der neuen Lehre gehört entweder ein vollkommen unbefangener Geist, weißes unbeschriebenes Papier oder aber ein großes ‚Reinemachen’. … Ich kenne die anatomischen Vorgänge im Gehirn bei Aufnahme eines neuen Begriffes nicht. Ich weiß nicht, wie man sich die tief greifenden Veränderungen im Gehirn vorstellen muss, die doch unzweifelhaft dann eintreten, wenn wir grundlegende Stoffe unseres Geisteslebens plötzlich für wurmstichig, morsch und faul erklären müssen, wenn sozusagen das Fundament unseres Erkenntnisvermögens ins Wanken gerät. Aber ich denke mir, dass das ein schrecklicher Vorgang sein muss, ein Bankrott, ein Selbstmord, ein Erdbeben. Was bleibt denn noch vom Menschen übrig, wenn die religiösen, philosophischen, wissenschaftlichen Grundpfeiler seines Geistes niedergerissen werden müssen? … Die anatomische Verfassung des Gehirns ist wohl mit einer Schiefertafel zu vergleichen. Das, was einmal darauf geschrieben wurde, schimmert immer durch, wenn man auch darüber wischt, namentlich solche Worte, die wegen ihrer Bedeutung besonders stark unterstrichen wurden.“

Zur Währungsfrage (1913), in: Band 7, S. 290 – 292.


   „Wenn die Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse die Volksmassen nicht auch geistig heben soll, wer würde da sich noch die Mühe geben, Zeit und andere Dinge opfern, um die wirtschaftlichen Verhältnisse zu bessern? Gerade weil wir Großes, Gewaltiges, direkt Göttliches auf geistigem Gebiete von unseren Mitmenschen erwarten, arbeiten wir mit solch zähem und opferfreudigem Eifer an der Besserung unserer wirtschaftlichen Zustände.“

Übertreibungen und Unterschätzungen (1914), in: Band 8, S. 96.


   „Auf den deutschen Universitäten ist die Währungsfrage von jeher als Aschenbrödel behandelt worden. Etwas was sich ‚deutsche Wissenschaft’ nennen könnte und auf die Währungsfrage Bezug hat, existiert überhaupt nicht.“

Das Reichsbankdirektorium und unsere Kriegskundgebungen (1914), in: Band 8, S. 201.


   „Wer das Beweismaterial für seine Sache in so reichem Maße zur Hand hat und so aus dem Vollen schöpfen kann wie ich, der bedarf keinerlei unlauterer Mittel.“

Das Reichsbankdirektorium und unsere Kriegskundgebungen (1914), in: Band 8, S. 203,
und in: Brief an die Deutsche Reichsbank vom Dezember 1914, in: Band 18, S. 89.


   „Die Währung soll, kann und darf kein Rätsel bleiben; alle Fragen, die sie aufwirft, müssen glatt zu lösen sein. Gegen die Existenz unlösbarer ‚Währungsrätsel’ empört sich mein Innerstes, mein religiöses Empfinden. Ich empfinde es als persönliche Beleidigung, wenn jemand von ‚Währungsrätseln’ spricht. … Es stehen der Lösung der ‚Währungsrätsel’ zu große Privatinteressen entgegen. Niemand aber ist so taub wie der, der nicht hören will. … Im Übrigen mag das Sprichwort auch hier wieder passen: Utopie gestern, Tatsache heute, morgen Selbstverständlichkeit.“

Schweizer Währung (1916), in: Band 10, S. 95 – 96.


   „Wir sind die eigentlichen Träger des Friedensgedankens. Wir allein werden den Weltfrieden begründen. Das habe ich gestern Abend wieder in unserer Friedensversammlung (der Zentralstelle Völkerrecht; der Hg.) im Reichstagsgebäude beobachten können. Sie wissen alle nichts; sie haben alle guten Willen, aber mehr nicht. Wir müssen aufklären.“

Brief an Gesells Frau Anna Böttger-Gesell und an seine Tochter Johanna
vom 1.10.1916 aus Berlin, in: Band 18, S. 124 – 125.


   „Es kommen fortgesetzt anerkennende Schreiben. Sich selbst treu bleiben, das ist der Weg zum Erfolg -  nicht immer der kürzeste, aber der sicherste. Was wahr ist, muss gesagt werden. Wenn das, was gesagt werden muss, besonders weh tut, so wartet man vielleicht eine besonders feierliche Gelegenheit ab -  aber es muss gesagt werden.“

Brief an Fritz Schwarz vom 9.5.1917, in: Band 18, S. 145.


   „Ist Freigeld vor allem eine Verstandessache, so ist Freiland eine Gemüts- und Moralfrage.“

Brief an Fritz Schwarz (undatiert, 1918) aus Les Hauts Geneveys, in: Band 18, S. 168.


   „Es wird hier fest gearbeitet und wir machen in sozialdemokratischen Kreisen gute Fortschritte. Auf dem nächsten Parteitag kommt unsere Sache zur Sprache!“

Brief an Georg Blumenthal vom 24.5.1918 aus Les Hauts Geneveys,
in: Band 18, S. 176 – 177.


   „Ein gewaltiges Werk wie das unsrige muss auf sicherem Fundamente stehen. Hier dürfen wir keine leichtsinnige Eile zeigen. Wir dürfen den Bau nicht gefährden, weil wir ihn um etliche Jahre früher beziehen möchten. Magna quies in magna spe – die Größe der Hoffnung gibt uns die dazu gehörige Ruhe.“

Zur Frage der allgemeinen Enteignung (21.11.1918), in: Band 10, S. 380.
 

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